Anstich Hamburger Senatsbock 2015

Senatsbock_Flasche_copyright_Henning AngererWas lange gärt, schmeckt endlich gut. Der Geschmack des erwachten Senatsbocks jedenfalls begeisterte alle Bierfreunde und Kenner des guten Geschmacks vom Anstich weg. Die geladenen Gäste und zahlreichen Medienvertreter an Bord des Segelgroßschiffes Rickmer Rickmers im Hamburger Hafen wurden Zeugen einer denkwürdigen Prozedur. Insgesamt über 130 Personen, darunter auch einige Gastronomen und SPD-Politiker Joachim Seeler, wohnten dem freudigen Ereignis bei. Dem Anstich des ersten Fasses Doppelbocks und der Enthüllung der Flasche.

Die Braumeister der fünf beteiligten Hamburger Brauereien präsentierten voller Stolz ihre seit Monaten wohlbehütete Bierspezialität, die aus dem Fünffach Co-Brew entstand. Im Oktober letzten Jahres eingebraut, lagerte der kraftvolle Doppelbock insgesamt acht Wochen in den Tanks, bevor er per Handabfüllung seinen Weg in die Flaschen fand. Viele Testsude und Liebe zum Detail begleiteten den gesamten Brauprozess, von der Ideenfindung Ende 2013, über die Entwicklung einer gemeinsamen Rezeptur ab März 2014 bis hin zum ersten Schluck von der traditionsreichen Biersorte.

Die Ehre des Anstiches gebührte SPD-Politiker Joachim Seeler, der in zwei Wochen in die Hamburger Bürgerschaft einziehen möchte. Mit einem gezielten Schlag meisterte er die Aufgabe. Stolz verkostete er den Senatsbock als erster und ließ dann die traditionsreichen Worte „Zum Menschlichen Verzehr geeignet!“ folgen. „Ich gratuliere allen Beteiligten zu diesem tollen Gemeinschaftsprojekt. Gleichzeitig hoffe ich, dass Hamburg als Innovations- und Gründerstandort, zu dem natürlich auch die kreativen, handwerklichen Brauereien zählen, weiterhin Zeuge von innovativen Ideen und Umsetzungen wird. Umso schöner, wenn dann auch noch die Historie unserer Hansestadt Berücksichtigung findet“, sagte Seeler im Anschluss der zeremoniellen Prozedur an Bord der Rickmer Rickmers.

Launch Senatsbock auf dem Museumsschiff Rickmer Rickmers in Hamburg am 29.01.2015
Joachim Seeler und die fünf Braumeister beim Anstich des Senatsbock

 

Oliver Löb, Braumeister des Joh. Albrecht Brauhauses, erklärt den Geschmack: „Der Doppelbock ist vom Ursprung her malzbetont, was nicht zuletzt die Stammwürze von 18 Prozent zeigt. In der Entwicklungsphase des stimmigen Gesamtwerkes haben wir verschiedene Bockbiertypen verkostet, um uns dem komplexen, vielschichtigen Senatsbock gewissenhaft anzunähern. Vom Ergebnis bin ich total begeistert.“

Wie schon im Jahr 1956 fieberten viele Anhänger der ersten offiziellen Verkostung entgegen. Auch knapp 70 Jahre später hat die Idee eines gemeinsam eingebrauten Bier nichts von seiner Faszination eingebüßt – noch immer ist er „Zum menschlichen Verzehr geeignet!“. Die Schlagzeilen im Jahr 2015 sind nicht kleiner als damals. Im Gegenteil, durch die lange Abwesenheit der dunklen Köstlichkeit in Norddeutschland ist das Interesse an handwerklich gebrauten Bieren in den letzten Jahren deutlich größer geworden. Vor allem die Braumeister konnten ihre Euphorie nicht unterdrücken. „Unser Fokus lag auch auf der Wahrung der traditionellen Werte. So schafft es der neue Senatsbock, die Idee aus den 50er Jahren mit innovativem Brauhandwerk zu verbinden“, sagt Philipp Diener, Brauer und Mälzer der Gröninger Privatbrauerei Hamburg.

Parallel zur feierlichen Präsentation im Hamburger Hafen wurde der Senatsbock auch in den vier Brauhäusern der Brauereien ausgeschenkt. „Wir wollen natürlich so vielen Hamburgern wie möglich den Zugang zum Senatsbock ermöglichen. Deshalb wird er auch in Flaschen abgefüllt und steht zum Verkauf an ausgewählten Orten bereit“, erklärt Thomas Kunst, Braumeister der Ratsherrn Brauerei. Die Tradition, die vor einigen Jahrzehnten leider zu kurz währte, soll dieses Mal deutlich länger Kehlen begeistern. Getreu dem Motto „Das hat es hier an der Elbe seit dem Ende der 60er Jahre nicht mehr gegeben. Von nun an aber immer wieder!“ ist die Rückkehr des Senatsbock damit also perfekt.